Die jüdische Theologin und Historikerin Ruth Lapide, die die Forschungen ihres verstorbenen Mannes, des Religionsphilosophen Pinchas Lapide, fortsetzt, versucht ein Bild des Apostel Paulus aus jüdischer Sicht zu zeichnen. Aufgrund ihrer Feststellung, dass Jesus Jünger und die ersten christlichen Gemeinden ganz und gar jüdisch waren, geht Ruth Lapide der Frage nach, ob Paulus den Bruch mit dem Judentum vollzogen hat. Im Gespräch mit Henning Röhl vertritt sie ihren Standpunkt, dass Paulus einer der am meisten missverstandenen Menschen des Neuen Testaments ist.